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Website Relaunch
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3, 2, 1… Website Relaunch

Themenreihe: Von Webdesign bis Online Marketing – Mit digitaler Kommunikation durchstarten

Das Geschäft brummt. Täglich schauen hunderte Leute auf deine Website und kommentieren fleißig, wie toll doch deine Produkte sind. Nur die Suche ist wohl etwas kompliziert. Naja, passiert. Dich stört ja eher, dass deine Unterverzeichnisse nicht mehr aktuell sind. Und auch das Design entspricht nicht mehr so ganz deinem Stil. Mal was neues müsste her. Musst du jetzt wieder eine neue Webseite in Auftrag geben? Was ist mit meiner Positionierung in den Suchmaschinen? Die ganze Arbeit nochmal, das lohnt doch nicht. Auch wenn es dich ärgert, dass deine Konkurrenz das besser hinbekommt, damit musst du wohl leben…

NEIN!

Es gibt eine Alternative, um die Webseite neu zu gestalten, ohne wieder bei Null anfangen zu müssen. Die nennt sich Website Relaunch und ist quasi digitales Recycling auf höchstem Niveau. Was bleiben soll, kann bleiben. Was weg soll, kommt raus. Platz für Neues. Nur gut durchdacht muss es sein, sonst stehen wir vor einem Flickenteppich, der niemandem weiterhilft.

Bevor du irgendetwas in Angriff nimmst, solltest du dir überlegen, was genau du erreichen willst. Die Wünsche deiner Kunden solltest du dabei miteinbeziehen, denn die sollen sich ja bei dir zurecht finden. Was hat sich denn seit der Erstveröffentlichung alles getan? Neue Produkte, neue Rubriken, dein Corporate Design? Gibt es etwas, was du nicht mehr anbietest oder wovon du dich noch trennen möchtest? Sind es viele Kleinigkeiten, die du ändern möchtest, oder wird es eine umfangreiche Restaurierung? Darüber solltest du dir Gedanken machen, denn im Prozess stören weitere Vorschläge nur.

Der IST-Zustand

Sobald diese Überlegungen abgeschlossen sind, kann man analysieren, was der Stand der Dinge ist. Dabei helfen uns Tools wie Google Analytics oder die Search Console. Es geht weniger um den aktuellen Seitenaufbau als viel mehr um eine Auswertung deiner Situation. Natürlich achtest du darauf, ob deine Seite einen guten Umgang erlaubt und ausreichende Information bietet oder ob einzelne Bereiche nur umständlich erreichbar sind. Wo kann man mit dir in Kontakt treten? Hast du ausreichend Möglichkeiten gegeben? Darüber hast du dir schon Gedanken gemacht. Im Fokus steht jetzt eher, wie bisher mit deiner Seite umgegangen wurde.

Das betrifft die Keywords, über die man dich findet, wie auch deine Backlinks. Alle Schlagwörter haben unterschiedliche Klickzahlen. Die, die das größte Volumen aufweisen, dienen als Wegweiser, wie du dich in Zukunft präsentierst. Deine Backlinks und Werbemaßnahmen wiederum zeigen dir, wie Interessenten auf dich aufmerksam werden. Du siehst, wo du dich gut präsentierst und musst das in deine Strategie mit einbauen.

Auch der Markt an sich ist wichtig. Egal ob deine Branche boomt oder stagniert, du kannst daraus deinen Nutzen ziehen. Plane zusätzliche Funktionen ein, die deine Konkurrenten nicht haben, oder bedenke die Kundenbindung, statt die breite Masse anzulocken. Jetzt weißt du, wie es ist. Als nächstes überlegst du, wie es werden soll.

Der SOLL-Zustand

Basierend auf deiner aktuellen Lage geht es nun um die Definition deines zukünftigen Webauftrittes. Du baust deine Stärken weiter aus und behebst deine Schwächen. Dazu vergleichst du den IST-Zustand mit deinen Vorüberlegungen und deinen Unternehmenszielen. Kurz: Was soll sich verändern? Was wollen deine Kunden und was willst du?

Eine intuitivere Navigation hilft beiden Parteien. Auch ein Dropdown-Menü erleichtert den Umgang und als letzte Rettung hast du eine Suchfunktion. Da stellen sich die nächsten Fragen: Funktioniert die Suche zeitgemäß? Passen die Vorschläge zu den gesuchten Begriffen? Alles, was nicht zufrieden stellt, wird notiert. Dann folgt der dritte Schritt.

Die Planung

Hier kommt es zu den ersten Abstrichen. Nicht jede Änderung ist wirklich ein Fortschritt, denn du musst immer auch die Ladezeit im Hinterkopf behalten. Wie willst du die Vorgaben implementieren?

Projektplanung
Gute Planung ist die halbe Miete

Was technisch nicht oder nur aufwändig realisierbar ist, fällt natürlich ebenso flach. Am besten ist es, wenn du einen Plan für alle Beteiligten erstellst, sodass jeder seine Aufgaben kennt und frühzeitig erklärt, was machbar ist. Auch sollten die einzelnen Bestandteile modular aufgebaut sein, sodass künftige Änderungen ohne großen Aufwand stattfinden können und ohne wichtige Features sperren zu müssen.

Der letzte Punkt ist dann noch die zeitliche Planung: Soll alles in einem Ruck stattfinden oder sind es mehrere kleinere Anpassungen im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses? Der empfiehlt sich nämlich, wenn rund um die Uhr in etwa dasselbe Besuchervolumen herrscht und du deine Webseite gar nicht erst vom Netz nehmen willst. Planst du hingegen größere Arbeiten oder gar den Umzug auf eine neue Domain, wirst du zwangsweise eine Weile nicht erreichbar sein. Weise also deine Kunden rechtzeitig darauf hin und plane die Arbeiten zu Zeiten, an denen wenig Traffic herrscht.

Die Umsetzung

Jetzt gehts ans Eingemachte. Wir gehen praktischerweise von einem vollständigen Umzug aus mit grafischer wie inhaltlicher Neugestaltung. Denn eine bloße Designanpassung ohne neuen Content bringt gar nichts. Deinen Besuchern fällt auf, wenn sich nichts tut, und wenden sich irgendwann ab.
Die Arbeiten solltest du auf einem gesicherten Server durchführen und dabei die robots.txt nutzen, sodass halbfertige Inhalte nicht von Suchmaschinen gecrawlt oder gar indexiert werden. Stell es dir wie eine Baustelle vor – Unautorisierte Personen haben dort nichts verloren.

Ist erstmal alles Neue eingefügt, geht es an den Quelltext. Unnötige Zeilen und Fragmente können raus, ein übersichtlicher Aufbau verbessert die Übersicht für spätere Anpassungen. Anschließend überarbeitest du die Weiterleitungen auf die neuen URLs, sodass nichts mehr auf die alte Seite verlinkt. Das geschieht mit 301-Weiterleitungen. Die bezeichnen einen Statuscode, mit dem Server und Bots registrieren, dass die Inhalte auf eine neue Domain verschoben wurden. Am einfachsten ist es, deine Sitemap als XML in Excel zu kopieren und die neuen URLs dort neben die alten einzufügen. So stellst du sicher, dass du keine ungültigen Links hinterlässt.

Auch Bilder musst du meist neu importieren und mit Tags versehen, damit die Suchmaschinen sie nicht als Inhalt der alten Webseite verstehen. Ebenso gilt es, die Betreiber der Seiten zu kontaktieren, auf denen du Backlinks hast. Auch deren Pfade müssen aktualisiert werden. Ist das nicht möglich, kannst du die Verweise auch sperren lassen.

Ein vollständiger Umzug bedeutet in der Regel, dass deine Positionierung in den Suchmaschinen etwas leidet. Das lässt sich nicht immer verhindern. Funktioniert aber alles, holst du diese Einbußen schnell wieder auf. Langfristig gesehen bist du aber besser aufgestellt, wenn du regelmäßig deine Inhalte aktualisierst.

Tipps und Tricks

Sobald die neue Webseite online geht, wird intensiv getestet. Währenddessen sind viele Bereiche oder auch alle nicht erreichbar. Besucher erhalten beim Aufrufen der Adresse eine 404-Fehlermeldung, einen Hinweis, dass es keinen Inhalt gibt, der geladen werden könnte. Das lässt sich nicht vermeiden. Die haben wir alle schon mal irgendwo gesehen und uns geärgert. Sogar nachdem alles erledigt war, kamen wir mit der alten URL nur zur Fehlermeldung, aber nicht zum gewünschten Inhalt (das passiert, wenn man sich nicht um die 301-Weiterleitungen kümmert).

Das muss aber gar nicht sein. Wer nämlich pfiffig ist, gestaltet seine 404-Meldung für Besucher interessant. Da ist wirklich alles möglich: Videos, sogar mit Liveschaltung ins Büro; Erklärungen, warum die Wartungsarbeiten nötig sind; eine Vorschau auf die neuen Inhalte und natürlich auch eine Verlinkung, sobald alles fertig ist. Auf die Art nutzt man sogar Fehler als Erlebnis für den Erfolg aus.

404-Fehlermeldung Moviepilot
404-Fehlermeldung, Quelle: Moviepilot.de

Um zu überprüfen, welches Design oder welche Neuerungen besser funktionieren, nutzt man A/B-Tests. Dabei werden zwei Alternativen parallel geschaltet und die Nutzerinteraktionen ausgewertet. Sinnvoller wäre es, solche Tests immer wieder im laufenden Betrieb zu nutzen. Sonst werden der Umbau so wie jede kleine Überarbeitung ein Schuss ins Blaue.

Nach dem Relaunch ist vor dem Relaunch – jetzt heißt es, jeden der bisherigen Schritte zu wiederholen. Die neue Webseite muss wieder für Suchmaschinen optimiert werden. Bugs müssen ausgebessert werden. Dann kümmerst du dich wieder um deine Backlinks. Schließlich bewirbst du dein Unternehmen wieder multimedial. Solange, bis wieder ein größerer Umbau ansteht.

Fazit:

Der Website Relaunch hilft dir und deinen Besuchern. Wenn du mit ansprechendem, aktuellem Design und interessanten Inhalten kommst, kannst du nicht nur neue Kunden gewinnen, sondern die bestehenden an dich binden. Wichtig ist es, jeden Schritt sorgfältig zu planen, sodass du alle anstehenden Aufgaben dirigieren und im zeitlichen Rahmen bewältigen kannst. Eine umfassende Analyse hilft dir dabei, wichtige Veränderungen von nebensächlichem zu trennen. Dennoch erfordert ein Website Relaunch sehr gute Kenntnisse im Bereich der Webprogrammierung. Verstehst du davon nichts oder nicht viel und hast auch keine Mitarbeiter, die du damit beauftragen kannst, weißt du ja, wo du Hilfe bekommst! 😉

Weitere Beiträge zu unserer Themenreihe „Von Webdesign bis Online Marketing – Mit digitaler Kommunikation durchstarten“:
Teil 1: Die eigene Website als Lockmittel
Teil 2: Bots vs. Bugs – Webseiten­optimierung
Teil 3: Zu mir oder zu dir – Wirksame Offpage SEO
Teil 4: 3, 2, 1…Website Relaunch
Teil 5: Buy, Buy Baby – Online Marketing Basics

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